Was macht der Aikidopanda eigentlich? Teil 2

Also ich muss ja sagen, so langsam geht mir der Lockdown mit all seinen Phasen, Einschränkungen und Lockerungen ziemlich auf den Pinsel.

Nicht, weil ich nicht selber mit mir klar komme, oder ich von Familie und mit ihr Zeit verbringen genervt bin -im Gegenteil: DAS genieße ich regelrecht – sondern weil es mich, zumindest gefühlt, in meinem Bewegungsradius einschränkt.

Fitnessstudio, Dojo, mit Freunden in einer Bar herumlungern, Jazz live erleben, aus der virtuellen Nähe über Zoom, Teams oder Hangouts mal wieder rauskommen in die „reale“ Nähe, das wär mal wieder was.

Mit Glück kann ich sagen, dass diese Pandemie zumindest keine Einschränkungen wirtschaftlicher Natur zur Folge hat – so geht ja aber leider nicht allen Menschen.

Aber das soll hier kein weiterer Beitrag zur Corona Situation und seinen Folgen, Ängsten, Verschwörungstheorien, weiß der Geier was werden (ich mag es auch gar nicht mehr hören müssen), sondern ein kleines Update zu meinen persönlichen Erlebnissen, der letzten.. ja, eigentlich schon Monate. Ich fange mal an.

  1. Virtuelles Training ist echt nichts für mich. Ich habe wirklich versucht mich über Zoom in ein virtuelles Fitnessstudio zu begeben und mitzumachen. Also das geht nicht. Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt mit verkniffenen Augen irgendwas auf meinem Display vom Notebook zu erkennen, als dass ich mitmachen kann. Aus 2 Minuten Hampelmann werden es bei mir 12 Sekunden. Lächerlich.
  2. Stattdessen habe ich einen „halbvirtuellen“ Qi Gong Kurs absolviert, den ich mir über Videos, 2 Bücher, mehrere PDFs und einem persönlichen Berater abgeschlossen habe. Das war nicht Training für das Gehirn (ich habe noch nie soviel in kurzer Zeit über Meridiane, Faszien und die inneren Organe gelernt), sondern auch echt körperlich anstrengend. Seither mache ich das „five elements qi gong“ täglich und ich habe den Eindruck es bewirkt etwas bei meiner Flexibilität und meiner Energie.
  3. Ich habe meine Liebe zum Jazz (wieder) entdeckt und beschlossen ein weiteres Instrument zu lernen. Den Bass. Ich bin gerade mitten in einem Anfängerkurs, der ähnlich gestaltet wurde, wie der Qi Gong Kurs – also weitestgehend eigenverantwortlich und autodidaktisch, aber mit Prüfung und Kontrolle. Bass spielen habe ich früher, als ich noch Gitarrist und „Sänger“ einer Metalband war, immer belächelt. Das Gezupfe war mir irgendwie suspekt. Je tiefer ich aber eintauche, desto mehr Respekt bekomme ich dafür. Cool.
  4. Seilspringen geht auch mit Ende 40. Ich habe es wirklich versucht (und versuche es immer noch) mich in die Laufschuhe zu drücken und zumindest mal 30 Minuten „laufen“ zu gehen. Also Laufen ist übertrieben, ich laufe in etwa so schnell, wie manche Menschen gehen. Aber immerhin bewege ich mich. Aber es macht mir keinen Spaß. Also habe ich mir nach viel Suche ein paar Seile mit Gewichten zum Seilspringen organisiert und springe seither alle 2 Tage mit dem Seil in meinem Kellerdojo. Es ist echt… anstrengend. 30 Minuten hüpfen mit den Gewichten hat bei mir etwa 1/3 mehr Kalorienverbrauch, als 30 Minuten laufen. Wenn ich meiner Uhr glauben schenken darf.
  5. Weiterbildung muss auch sein. Auch wenn ich die Wirtschaftstheorie seit meinem Studium nicht mehr angerührt habe (denn die Realität zeichnet mittlerweile ein völlig anderes Bild) beschäftige ich mich wieder mehr damit. Eine Art Fernstudium bestreite ich nun seit etwa 3 Monaten, um mir hierzu neues Wissen anzueignen. Teils ist es interessant meistens aber eher langweilig und macht mir immer mal wieder bewusst, warum ich mich seit Jahren nicht mehr damit beschäftigt habe, aber ich ziehe das jetzt durch.

Viel lesen, viel Musik, viel Philosophie. Die Zeit der Ruhe wird also für Dinge genutzt, die ich immer gerne gemacht habe, gerne machen würde, oder lange vor mir her geschoben habe. Resignation und Fatalismus sind eine Sache, aber ich denke die Zeit kann man zumindest versuchen sinnvoll zu nutzen.

Ich bin mir sicher, dass der Virus und diese ON / OFF Situation bzgl. Lockdown uns noch eine Weile begleiten wird. Ob die Impfung eine gewisse Normalität mit sich bringt bezweifele ich leider, erst wenn die Impfung Teil einer normalen Grippeimpfung geworden ist, kann man von so etwas wie „Normalität“ sprechen. Bis dahin vergeht aber sicher noch etwas Zeit.

Was ich aber wirklich vermisse ist das Gefühl von einer Matte unter den Füßen, den Geruch eines Trainings und das Gefühl einen leicht angeschwitzten Aikido-Gi am Leib zu haben.

In diesem Sinne: durchhalten, weitermachen. Nutzt ja nix!

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