Die Leiden des alten Pandas 2

Der letze Blogbeitrag ist nun etwas mehr als eine Woche alt und ich gebe zu, dass ich von der Anzahl der Emails und persönlichen Anmerkungen echt überrascht war.

Neben vielen Motivationsanmerkungen, habt ihr mir einiges Persönliches geschrieben, was ich natürlich versuchen werden mit einer eigenen Email zu beantworten. Dafür an dieser Stelle schon mal DANKE! Zeigt es mir doch, dass dieses Thema „Alter und Kampfkunst“ mehr Menschen beschäftigt, als die kleine Nische, von der ich ausgegangen bin.

Ich möchte diesen Beitrag dafür nutzen, um die Mails thematisch zusammenzufassen und hier zu beantworten, so weit es mir möglich ist.

  1. Berichte doch mal etwas mehr über die „sozialen“ Probleme bei der Vereinssuche, im Verein selber beim Training aufgrund Deines Alters.
  2. Was hat Dich in den Jahren davor (30er / 40er) abgehalten eine Kampfkunst zu betreiben?
  3. Verzettelst Du Dich nicht? Wird das alles nicht zu viel? Denk‘ an Dein Alter?
  4. Wie bringst Du das alles mit Familie und Freunden zusammen?
  5. Mich interessiert mehr das Thema Laufen, Abnehmen, gesundes Leben. Kannst Du das erweitern?
  6. Inwieweit behindern Dich die anderen Kampfkünste beim Lernen von Aikido?
  7. Verletzungen, Behandlungen, Prophylaxe, etc. Mehr davon!
  8. Ausrüstung, Testberichte, Erfahrungen mit Gadgets wären cool.
  9. Podcast muss nicht sein.
  10. Gehst Du ins Fitness-Studio?

Zu 1. Das ist ein wirklich guter Punkt, den ich nicht mit einem Satz beantworten kann. In einem meiner ersten Beiträge hier habe ich geschrieben, das sich viele Ängste hierzu nur im eigenen Kopf abspielen. Das ist richtig, trifft es aber auch nicht ganz. NATÜRLICH begegnet man Skepsis, Ablehnung, Vorsicht, etc. Ich nehme das Thema nochmal auf und bereits einen separaten Beitrag vor.

Zu 2. Vieles. Job, Stress, Familie, Freunde, diverse jobbedingte Umzüge, Geld. Wahrscheinlich viele Punkte, die euch euch beschäftigen, oder daran hindern. Sicher auch einen separaten Beitrag wert.

Zu 3. Ja, die Gefahr besteht. Ich gebe zu, dass meine Motivation hier regelmäßig gegen meine Fitness knallt und der innere Schweinehund die Lücke ausnutzt. Die leicht chaotische Herangehensweise der letzten Wochen hat hier nichts gebracht, daher werde ich die nächsten Tagen geplant an die Sache gehen, Ruhephasen einarbeiten, etc. Ich werde berichten.

Zu 4. Wichtig ist hier die richtige Priorisierung zu haben. Die Familie hat immer höchste Priorität, von da aus bröselt sich der Rest runter. Ein Punkt, den ich durchaus erst lernen musste, der aber unheimlich wichtig ist. Geht auch ein bisschen in Richtung Frage 3.

Zu 5. Okay, interessant. Also mal vorweg: Ich hasse es zu laufen, ich bin kein Läufer. Mache es aber trotzdem, weil ich merke, dass es mir in Summe gut tut. Aber es ist jedes Mal ein Aufraffen und ein Kampf mit dem inneren Schweinehund. Zum Thema Abnehmen kann ich viel schreiben, aber nur wenig Erfolge berichten und ein „gesundes Leben“ ist auch eher individuell zu betrachten. Ich nehme die Themen gerne auf und beschreibe meine Odyssee…. 🙂

Zu 6. Gelegentlich sehr stark! Dann immer situativ und wenn ich keine passende „Lösung“ parat habe. Es kommt vor, dass ich im Wing Chun schnell mal einen Hebel setze, oder beim Aikido einen Partner auf dem Boden fixiere. Das ist blöd, aber auch lustig manchmal… 🙂

Zu 7. Check!

Zu 8. Check!

Zu 9. Check!

Zu 10. Ja, zumeist im Winter.

So viel dazu in aller Kürze. Genug Futter für viele coole Beiträge! Bleibt mir gewogen, ich schnüre jetzt meine Laufschuhe und nutze den sonnigen Tag, um mich auf die Laufstrecke zu wuchten.

Holdriho!

Das Leiden des alten Pandas

Ich habe nun schon länger nicht mehr in diesem Blog geschrieben, denn es gab einige Dinge mit denen ich relativ lange zu tun hatte. Die drei Themenblöcke, an denen ich lange herumlaboriert habe, lauten wie folgt:

  • Knieprobleme
  • Laufsport
  • gibt es eine Kampfkunst neben Aikido?
  • was mache ich mit diesem Blog?

Los geht’s! 🙂

Knieprobleme begleiten mich seit etwa 6 – 7 Monaten. Mal rechts, mal links und mit etwas Ruhe habe ich die eigentlich immer ganz gut in den Griff bekommen. In der Regel sind es Beugeschmerzen unterhalb der Kniescheibe, aber auch mal an der Seite. Als alter Fußballer habe ich erst an den Meniskus gedacht, aber ein Arzt hat mir versichert, dass es sich um Belastungsschmerzen handle, denn letztlich trägt das Bein, und somit auch das Knie, das gesamte Körpergewicht. Bei sportlicher Belastung potenziert sich das mal schnell zum 2-3 fachen.

Wie ihr wisst bin ich ja nicht unbedingt ein Weidenästchen, insofern war das für mich auf jeden Fall nachvollziehbar. Neben Kniebandagen und einem Schmerzgel entließ mich der Doc mit dem Rat, eine Laufbandanalyse machen zu lassen.

Laufbandanalyse?? Hm. Bisher war ich der Meinung, dass diese Knieschmerzen vom Ukemi kommen und ich mich klassisch im Beinbereich nicht korrekt ablege. Aber Laufen??

Okay, ich laufe seit Anfang des Jahres relativ regelmäßig in meinen 6 Jahre alten Turnschuhen, könnte also etwas dran sein. Die Laufanalyse hat das dann auch bestätigt. Ich bin zu schwer, rolle komisch ab und ob ich nun meine Schuhe anhabe, oder auf Holzbrettern laufe ist egal. Also habe ich in einen Satz Laufschuhe investiert und tatsächlich: seitdem habe ich keine Knie-Probleme mehr…

Laufen ist auf jeden Fall nicht der Sport meiner Wahl. Und ich weiß gar nicht so recht warum? Als ich vor langer Zeit mit meinem Studium angefangen habe, bin ich fast jeden Morgen im Wald laufen gewesen, hatte die Runners World abonniert und war drauf und dran mich bei einem Marathon anzumelden. Irgendwann zu der Zeit bin ich auch explodiert: In kürzester Zeit habe ich massig Gewicht aufgebaut. Die Gründe sind natürlich mannigfach. Job, Stress, Frust, Disziplinlosigkeit, etc.

Seit gut 7 oder 8 Monaten schnüre ich wieder regelmäßig meine Laufschuhe und wuchte meine knapp 100 kg auf die Strecke.. Es ist jedes Mal ein Kampf mit meinem inneren Schweinehund, doch 2x die Woche gewinne ich. Eigentlich sollte es ja mit der Zeit einfacher werden, aber PAH! Bei mir nicht. Ich habe immer noch keine Lust laufen zu gehen. Mal geht es nach einer Weile dann besser und ich schaffe es meine Masse bis zu 12 km durch die Pampa zu wuchten, an anderen Tagen sind es abwechselnd die Knie, die Schienbeine, die Wade die streiken und ich muss nach wenigen Kilometern abbrechen.

Mein Gewicht hat sich nur marginal verändert, was zum Lauffrust natürlich beiträgt, aber ich mache weiter. Ich hoffe die Laufbandanalyse und die neuen Schuhe unterstützen mich bei meinem Kampf mit dem Schweinehund.

Gibt es eine Kampfkunst neben Aikido? Wie ihr ja mittlerweile wisst, komme ich (was die Kampfkünste angeht) aus China. Dennoch habe ich mich im Alter für Aikido entschieden. Nicht, weil diese Kampfkunst so effektiv und überzeugend ist, sondern weil ich die Philosophie dahinter bewundere und Ueshiba (zumindest in diesem Punkt) für einen Visionär halte. Nicht umsonst trägt der Blog hier und mein Instagramprofil diesen Namen.

Dennoch lässt mich China nicht los. Gut, Taiji ist es nun nicht geworden, aber ich habe meinen Fuß mal wieder in einen kleinen, feinen Wing Chun Trainingsraum gesetzt und bin dort hängen geblieben. Das ist natürlich auch fies, mit Wing Chun verbinde ich unheimlich viel und es hat nicht lange gedauert, bis ich mich hier wieder völlig heimisch gefühlt habe.

Die Prinzipien sind – trotzdem sowohl Aikido wie auch Wing Chun als „weiche“ Kampfkünste gelten – so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Dennoch habe ich für mich beschlossen, beide Kampfkünste parallel zu betreiben. Aikdo hauptsächlich, Wing Chun zur Ergänzung und Auffrischung.

Ich denke, das wird noch einige gute Blogbeiträge ergeben, ich bin auf jeden Fall gespannt.

Was mache ich mit diesem Blog? Jaaa… irgendwann muss die Frage gestellt werden. Die Domain läuft aus und natürlich denke ich auch an die Option den Blog einzustellen, oder mit meinem „privaten“ Blog zusammen zu ziehen.

Doch mir fallen auch noch etwaige Möglichkeiten ein, das Thema weiter zu bearbeiten, doch mir fehlt schicht die Zeit. Die Idee eines Podcasts trage ich schon eine ganze Weile mit mir herum.

Aber was denkt ihr?

Soll ich den Blog trotz Zeitmangel ausbauen und den Versuch unternehmen einen Podcast zu starten?

Wenn ihr antworten möchtet, dann gerne über die EMAIL Adresse: derspitzbart AT gmail DOT com.

In diesem Sinne, weiter weiter! 🙂

Jaja, alter Männer und Sport

Natürlich kenne ich den Weg zum Dojo noch!. So groß ist Ingolstadt nun auch nicht und nach fast 10 Jahren in dieser Stadt kenne ich mich hier auch ziemlich gut aus. Ich habe allerdings auch beim zweiten Mal die Dauer der Anfahrt unterschätzt. Kurz vor knapp war ich da und hatte gerade noch genug Zeit den Gi überzuwerfen. Den strahlend weißen Gürtel schürte ich stolpernd auf dem Weg von der Umkleide auf die Matte und mit einer kleinen Verbeugung setzte ich mich dann als letzter in die Reihe, wie sich das eben so gehört, als Weißgurt und erneuter Neuling in der Runde.

Ich hatte immer noch leichten Muskelkater vom „ersten“ Aikidotraining in der Vorwoche, aber ich dachte mir: das wird schon gehen. So einen Muskelkater kann man auch wegtrainieren. Das Aufwärmen gestaltet unser Sensei immer sehr abwechlungsreich und schweißtreibend und so langsam spürte ich den Muskelkater nicht mehr. Der Schweiß lief und ich fühlte mich rundherum wohl.

Nach dem Aufwärmen ging es für einige Minuten in die Fallschule (Ukemi) und mit Freude und viel Elan rollte ich herum, was das Zeug hält. Vorwärts, rückwärts, seitwärts, mit Sprung, aus dem freien Fall, über andere drüber…egal. DAS habe ich vermisst und genau DAS habe ich beim Jiu JItsu so genossen. Den Körper in all seinen Facetten zu spüren und in an Grenzen zu bringen, die man normalerweise niemals erreichen würde.

Während der Partnerübungen war ich mal wieder positiv überrascht über den Umgang miteinander. Gäbe es eine Grenze der Höflichkeit würde sie in einem AIkido-Dojo übertroffen werden. Es wird sich wirklich langsam an die Grenzen herangetastet. Wie stark darf man einen Hebel ansetzen. Ukemi geht gut? Vorwärts, rückwärts kein Problem? Und auch wieder – immer langsam und annähern an die Grenzen.

Es ist wirklich wohltuend und diese Art von gegenseitigem Respekt ist genau das, was im Alltag fehlt. Man bedankt sich für die Möglichkeit des Lernens und mit der Verbeugung drückt man dies entsprechend respektvoll aus. die Gürtelfarbe ist hier egal, denn Lernpotential ist immer und bei jedem Partner vorhanden.

Ich merke zusehends die Ähnlichkeiten zwischen Jiu Jitsu und Aikido. Eigentlich logisch, denn wie bereits mal geschrieben ist Aikido ja mehr oder weniger die intellektuelle Nachkommenschaft des ehemals recht zweckmäßigen Jiu Jitsus. Ich habe mich mehrfach dabei ertappt, wie ich den Koshi Nage (Hüftwurf), egal ob Irimi oder Tenkan, Jiu Jitsu mäßig „durchgezogen“ habe und mein Partner härter auf der Matte gelandet ist, als ich es eigentlich vor hatte. Das hat mir wahnsinnig leid getan, denn wie gesagt – im Aikido wird sich langsam an die Grenze herangeübt.

Aber der Austausch im Anschluß war genial und für mich hat sich hier eine der grundlegenden Fragen beantwortet: Ja, Aikido ist nicht nur eine Kampfkunst, sondern ganz sicher auch eine klare und eindeutige Selbstverteidigungsmöglichkeit. Zumindest wenn man in der Lage ist, das Schöne im Aikido im Ernstfall beiseite zu lassen.

Wie dem auch sei, ich bin auf jeden Fall sehr glücklich nach Haue gefahren und entsprechend euphorisiert habe ich den aufkommenden Muskelkater nur leicht gespürt. Am nächsten Morgen hatte ich nun den Salat: Mein ganzer Körper tat weh. Besonders betroffen war mein linker Oberschenkel (warum auch immer), die Verhärtung spüre ich immer noch. Ich hatte es grandios übertrieben

Für die nächsten Wochen werde ich mich etwas zurückhalten und mich mehr auf die ordentliche Durchführung der Techniken konzentrieren. Mein Körper wird es mir danken… und ich denke meine Trainingspartner auch…

In diesem Sinne!

Taijiquan / Tai Chi und Aikido?

Na endlich. Nun sind die Inzidenzwerte auch in Ingolstadt wieder auf einem Niveau, dass der Öffnung des Dojos nichts mehr im Wege steht.

Ich freue mich total, wohl wissend, dass mich die kommenden Tage wieder ein dicker Muskelkater begleiten wird. Aber ich will es ja auch nicht anders. 🙂

Wie manch einer weiß habe ich Taijiquan geraume Zeit praktiziert. Und wie der aufmerksame Leser dieses Blogs sicherlich ebenfalls weiß, habe ich Taiji an den Nagel gehängt, weil 1. das Prinzip der Kampfkunst im Westen so gut wie keine Rolle mehr spielt und 2. weil mein EGO sich noch immer als jung, kraftvoll und außerordentlich beweglich sah. Ich wollte mich wieder auspowern – so einfach ist das.

Aber wieso komme ich gerade jetzt wieder auf Taijiquan? Eine seltsame Idee aufgrund der Corona- Pause? Möglich. Der Ursprung dieser Idee war jedoch ein anderer. Nach meinem letzten Hexenschuss, einem Besuch und intensiverer Untersuchung beim Orthopäden und anschließender Physio ist diese Idee gewachsen. Lt. Orthopäde stünde auch härterem Kampfkunsttraining im Grunde nichts im Weg, ich muss allerdings anfangen auf meinen Körper zu hören.

Qi Gong übe ich nun nach Abschluss meines Kurses beinahe täglich und einige Bewegungen, Prinzipien, Atemtechniken und Ideen sind identisch mit Taiji – klar, denn im Grunde gehören Qi Gong und Taiji zusammen, basieren auf der daoistischen Lehre und werden zumindest in China noch weitestgehend gemeinsam unterrichtet.

Qi Gong tut mir unwahrscheinlich gut, die Beweglichkeit in der Hüfte und im Lendenwirbelbereich nimmt zu und ich bin heute quasi wieder schmerzfrei. Seit einigen Wochen laufe ich wieder die 85er Form aus dem Yang-Stil und habe dabei viele Überschneidungen mit den Prinzipien im Aikido bemerkt. Mein neugieriger Geist war geweckt.

Ueshiba und China? Da war doch was? Hatte Ueshiba vielleicht Kontakt mit und chinesischen Kampfkünsten?

Dass Ueshiba einige Male in China unterwegs war, weiß glaube ich jeder Aikidoka. Ob er dort nun Kontakt mit chinesischen Kampfkünstlern hatte und gar mit ihnen trainierte ist unklar, aber eher unwahrscheinlich. Ich meine es gibt viele Ideen und Theorien dazu, aber bewiesen ist hier nichts. Andererseits haben sich China und Japan immer wieder gegenseitig in den Jahrhunderten, mal mehr, mal weniger stark, beeinflusst, so daß chinesische Einflüsse in allen originär japanischen Kampfkünsten zu finden sind.

Ich persönlich glaube nicht, dass o’Sensei in seinen Zeiten, die er auf dem chinesischen Festland war genug Zeit mit chinesischen Bagua-Experten verbrachte, um sich großartig inspirieren zu lassen. Im Grunde denke ich sogar, dass hier gar kein Kontakt stattgefunden hat. Aikido hat sich aus dem Jiu Jitsu entwickelt, aber Jiu Jitsu soll der Legende nach tatsächlich von China nach Japan importiert worden sein.

Wie auch immer – letztlich hat jeder Mensch 2 Arme, 2 Beine, einen Körper. All dies kann er lediglich in einem bestimmten Rahmen zur Selbstverteidigung einsetzen, je nach Konstitution, Beweglichkeit und Kraft etwas mehr, oder eben weniger. Somit sind die Voraussetzungen aller Kampfkünste schon mal gleich und dass sich ähnliche Prinzipien an den unterschiedlichsten Ecken der Welt entwickeln somit logische Konsequenz.

Wenn ich also nun Taiji und Aikido äußerlich miteinander vergleiche, wirken die beiden Kampfkünste dramatisch unterschiedlich. Müsste ich diese Kampfkünste einem Element zuordnen, wäre Taiji für mich Wasser, Aikido dagegen der Wind. Wasser ist nah dran, abwartend, vordringend, zurückweichend. Wind ist nicht greifbar, unstet, mal hier, mal dort. Im Grunde sind sich beide aber recht ähnlich.

Taiji wird heutzutage kaum noch als Kampfkunst unterrichtet, es wird stattdessen penibel auf die richtige Durchführung der Form geachtet. Es ist eine seltsame Innenschau, ein Beobachten der internen Prozesse und der dabei eintretenden Veränderungen im Körper – und letztlich dadurch auch im Geist.

„Erst wenn Du es langsam kannst, kannst Du es auch schnell!“ Sagt mein Taiji-Lehrer, meist gefolgt von einem eindringlichen „ENTSPANNEN!!“ Es klingt wie ein Hohn, wenn man in extremer Zeitlupe versucht einen hüfthohen Kick durchzuführen…

Ich glaube beide Kampfkünste können sich gegenseitig befruchten. Taiji kann das Aikido verbessern, in dem die internen Körperbewegungen in die Aikidotechniken einfließen. Aikido kann das Taiji verbessern, weil man die konkrete Wirkungsweise dieser Bewegungen erleben kann.

Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Ob ich beides in einer normalen Arbeitswoche unter einen Hut bekomme, weiß ich natürlich nicht. Sollte es aber klappen, werde ich sicherlich berichten.

In diesem Sinne: Ab ins DOJO!

Was macht der Aikidopanda eigentlich? Teil 2

Also ich muss ja sagen, so langsam geht mir der Lockdown mit all seinen Phasen, Einschränkungen und Lockerungen ziemlich auf den Pinsel.

Nicht, weil ich nicht selber mit mir klar komme, oder ich von Familie und mit ihr Zeit verbringen genervt bin -im Gegenteil: DAS genieße ich regelrecht – sondern weil es mich, zumindest gefühlt, in meinem Bewegungsradius einschränkt.

Fitnessstudio, Dojo, mit Freunden in einer Bar herumlungern, Jazz live erleben, aus der virtuellen Nähe über Zoom, Teams oder Hangouts mal wieder rauskommen in die „reale“ Nähe, das wär mal wieder was.

Mit Glück kann ich sagen, dass diese Pandemie zumindest keine Einschränkungen wirtschaftlicher Natur zur Folge hat – so geht ja aber leider nicht allen Menschen.

Aber das soll hier kein weiterer Beitrag zur Corona Situation und seinen Folgen, Ängsten, Verschwörungstheorien, weiß der Geier was werden (ich mag es auch gar nicht mehr hören müssen), sondern ein kleines Update zu meinen persönlichen Erlebnissen, der letzten.. ja, eigentlich schon Monate. Ich fange mal an.

  1. Virtuelles Training ist echt nichts für mich. Ich habe wirklich versucht mich über Zoom in ein virtuelles Fitnessstudio zu begeben und mitzumachen. Also das geht nicht. Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt mit verkniffenen Augen irgendwas auf meinem Display vom Notebook zu erkennen, als dass ich mitmachen kann. Aus 2 Minuten Hampelmann werden es bei mir 12 Sekunden. Lächerlich.
  2. Stattdessen habe ich einen „halbvirtuellen“ Qi Gong Kurs absolviert, den ich mir über Videos, 2 Bücher, mehrere PDFs und einem persönlichen Berater abgeschlossen habe. Das war nicht Training für das Gehirn (ich habe noch nie soviel in kurzer Zeit über Meridiane, Faszien und die inneren Organe gelernt), sondern auch echt körperlich anstrengend. Seither mache ich das „five elements qi gong“ täglich und ich habe den Eindruck es bewirkt etwas bei meiner Flexibilität und meiner Energie.
  3. Ich habe meine Liebe zum Jazz (wieder) entdeckt und beschlossen ein weiteres Instrument zu lernen. Den Bass. Ich bin gerade mitten in einem Anfängerkurs, der ähnlich gestaltet wurde, wie der Qi Gong Kurs – also weitestgehend eigenverantwortlich und autodidaktisch, aber mit Prüfung und Kontrolle. Bass spielen habe ich früher, als ich noch Gitarrist und „Sänger“ einer Metalband war, immer belächelt. Das Gezupfe war mir irgendwie suspekt. Je tiefer ich aber eintauche, desto mehr Respekt bekomme ich dafür. Cool.
  4. Seilspringen geht auch mit Ende 40. Ich habe es wirklich versucht (und versuche es immer noch) mich in die Laufschuhe zu drücken und zumindest mal 30 Minuten „laufen“ zu gehen. Also Laufen ist übertrieben, ich laufe in etwa so schnell, wie manche Menschen gehen. Aber immerhin bewege ich mich. Aber es macht mir keinen Spaß. Also habe ich mir nach viel Suche ein paar Seile mit Gewichten zum Seilspringen organisiert und springe seither alle 2 Tage mit dem Seil in meinem Kellerdojo. Es ist echt… anstrengend. 30 Minuten hüpfen mit den Gewichten hat bei mir etwa 1/3 mehr Kalorienverbrauch, als 30 Minuten laufen. Wenn ich meiner Uhr glauben schenken darf.
  5. Weiterbildung muss auch sein. Auch wenn ich die Wirtschaftstheorie seit meinem Studium nicht mehr angerührt habe (denn die Realität zeichnet mittlerweile ein völlig anderes Bild) beschäftige ich mich wieder mehr damit. Eine Art Fernstudium bestreite ich nun seit etwa 3 Monaten, um mir hierzu neues Wissen anzueignen. Teils ist es interessant meistens aber eher langweilig und macht mir immer mal wieder bewusst, warum ich mich seit Jahren nicht mehr damit beschäftigt habe, aber ich ziehe das jetzt durch.

Viel lesen, viel Musik, viel Philosophie. Die Zeit der Ruhe wird also für Dinge genutzt, die ich immer gerne gemacht habe, gerne machen würde, oder lange vor mir her geschoben habe. Resignation und Fatalismus sind eine Sache, aber ich denke die Zeit kann man zumindest versuchen sinnvoll zu nutzen.

Ich bin mir sicher, dass der Virus und diese ON / OFF Situation bzgl. Lockdown uns noch eine Weile begleiten wird. Ob die Impfung eine gewisse Normalität mit sich bringt bezweifele ich leider, erst wenn die Impfung Teil einer normalen Grippeimpfung geworden ist, kann man von so etwas wie „Normalität“ sprechen. Bis dahin vergeht aber sicher noch etwas Zeit.

Was ich aber wirklich vermisse ist das Gefühl von einer Matte unter den Füßen, den Geruch eines Trainings und das Gefühl einen leicht angeschwitzten Aikido-Gi am Leib zu haben.

In diesem Sinne: durchhalten, weitermachen. Nutzt ja nix!

Was macht der Aikido-Panda eigentlich?

Verrückte Zeiten, ein verrücktes Jahr. Noch haben wir keinen richtigen „Lockdown“, sondern nur eine seltsame „Light-Variante“, aber dennoch ist Training in der Gruppe und im Verein nicht möglich.

Kurz nachdem ich mein Anmeldeformular abgegeben habe wurden die Turnhallen, die Fitnessstudios und somit auch unser Dojo geschlossen. Ein vertracktes Jahr.

Natürlich ist Corona nicht der Grund, spielt aber doch eine tragende Rolle, dass ich meine gesundheitlichen Vorhaben in diesem Jahr irgendwie nicht erreicht habe. Anfang des Jahres, nachdem mich mehrere Hexenschüsse aus dem Verkehr gezogen haben, wollte ich mit meiner alten Leidenschaft – der Kampfkunst – wieder Herr meines Körpers werden. Nach Lockdown 1 und einem unmotivierten Trainer danach ging ich in meine eigene Schaffenspause und orientierte mich wieder zurück um Aikido, die – wenn denn härter ausgeführt – meine Lieblingskampfunst ist. Doch dann kam Lockdown 2, in dem wir immer noch hocken.

Zwischendurch bin ich natürlich ins Fitnessstudio gegangen (die auch geschlossen haben, oder war regelmäßiger Laufen (worauf ich ja eigentlich gar keinen Bock habe), oder habe ich mich in meinem kleinen Kellerdojo gequält – was aber nicht wirklich den Effekt hat, wie professionelles Training mit einem guten Partner, oder im Studio. Ätzend.

In Summe hat sich also nicht viel getan. Ich wiege noch genau so viel wie am Anfang des Jahres, fühle mich genauso doof und mein Rücken zwickt und zwackt gelegentlich immer noch.

DOCH: ETWAS hat sich getan. Ich mache seit nun etwas 3 oder 4 Wochen Yoga. Jeden Morgen gehe ich für etwa 20 Minuten auf die Matte. Ob es etwas bringt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber es schadet auch nicht…

Soviel also von mir. Sorry, dass ich nichts gravierendes zu berichten habe, aber ein Lebenszeichen sollte zumindest zeigen, dass der Panda noch existiert und NATÜRLICH weiter machen will!

In diesem Sinne: OSS!

Ich packe meine Tasche…

… und nehme … eine neue DOMAIN mit!

Mit der neuen Domain läute ich hier eine neue Zeitrechnung ein.

In der Sommerpause habe ich mir so einige Gedanken gemacht, mein ganzes Kampfkunst-Engagement der letzten Jahre nochmal durch den Kopf gehen lassen, mich geärgert und wieder aufgerappelt.

Daher habe ich beschlossen einen richtigen Schnitt zu machen, die letzten Jahre abzuschneiden und mich auf das zu fokussieren, was direkt vor mir liegt.

Der Sinn und Zweck der Seite bleibt bestehen:

Die Erfahrungen eines alten, relativ unbeweglichen und übergewichtigen Kerls, der sich wieder ins DOJO quält!

Das Jahr war aber auch bisher Mist, oder? Hexenschuss, Freude auf Jiu Jitsu, Lockdown, Freude auf Jiu Jitsu, etliche Unterrichtsausfälle, Kündigung, Sommerpause.

9 Monate für Nix. Eine heftige Schwangerschaft, die hoffentlich mit einem fröhlichen Aikido-Baby ihren Höhepunkt erreicht.

Ich freue mich auf die Reise!

Von Jiu Jitsu zu Aikido? Jep!

Ich lasse jetzt keine große Erklärungs-Arie zu Aikido los, denn im Netz findet man unendlich viele Informationen zu dieser Kampfkunst….und Diskussionen. Ist Aikido überhaupt eine Kampfkunst? Ist Aikido effektiv? Ist das nicht eher „Bewegungskunst“?

Dabei wird immer wieder vergessen, dass Judo, Hapkido, BJJ, modernes Jiu Jitsu und Aikido aus der gleichen Familie, der JIU Kampfkunstfamilie, stammen. Ursprung all dieser Kampfkünste war das originale Jiu Jitsu der Samurai. Die einzelnen Stile haben sich im Laufe der Jahre lediglich mal mehr, mal weniger unterschiedlich weiterentwickelt.

Wenn ich einen Vergleich anstellen darf, dann ist Jiu Jitsu die grantelige Oma, die von allen respektiert wird, während Aikido der Enkel in schwarzem Anzug mit Krawatte ist.

Ueshiba Morihei war eine Person, mit einer Vision vom Frieden. Sein Lebenweg war … nun ja, mindestens „ungewöhnlich“ und gipfelte letztlich im Aikido. Ich bin mir gar nicht sicher, ob er sich schon „fertig“ wähnte, denn am Aikido werkelte er bis zuletzt herum.

Ueshiba Morihei war in meinen Augen ein Suchender, ein unsteter Freigeist der nach spiritueller Erfüllung strebte und nicht viel Wert auf Materielles legte. Wenn er nicht so stark mit dem Shinto (im Rahmen der Omoto Gemeinschaft) verbunden wäre, wäre er für mich der ideale Taoist. Die Prinzipien des Aikido erinnern mich stark an Taijiquan (Energie aufnehmen und umleiten, Yin / Yang) und die entsprechende Philosophie.

Im Unterricht ist der Trainingspartner tatsächlich ein Partner und ermöglicht es Dir die Technik vollständig zu trainieren und auszuführen, bis sie eben verinnerlicht ist. Das gibt Sicherheit und Vertrauen in die Technik. Das „Gegengehen“ wird nicht forciert.

Ist Aikido effektiv? Ist es für die Straße nutzbar? Hm, eigentlich lernt man lernt eine Kampfkunst um sie eben NICHT anwenden zu müssen. Es geht um Selbstvertrauen, Disziplin, von mir aus auch Selbstoptimierung und Philosophie. Eine Kampfkunst ohne Philosophie ist keine Kampfkunst. Die Anwendung ist die letzte Konsequenz, der letzte Ausweg, der „rote Knopf“ wenn man so will.

Während man aus dem Wing Chun, Jiu Jitsu, oder auch Karate nach einigen Wochen schon etwas Handwerkszeug mitbekommt, dauert es beim Aikido einfach länger. Die Techniken sind sehr effektiv und gehen gut zur Sache, doch es geht nicht ums Umnieten, sondern darum „den Angreifer in eine Lage zu versetzen, dass er über seine Taten nachdenken kann.“

Das will natürlich gelernt sein.

Bevor ich mich dazu durchgerungen habe erneut beim Aikido einzusteigen, habe ich mir 5 Fragen gestellt:

  • Von Aikikai zu DAB?
  • Lasse ich dann meinen Kyu Grad (2. Kyu/blau) anerkennen?
  • Kann mich Aikido bei meinem Plan der Gewichtsreduktion unterstützen?
  • Kann ich Aikido „anwenden“ im Fall der Fälle?
  • Habe ich „Spaß“?

Aikikai oder DAB… mittlerweile ist mir diese Verbandstümelei ziemlich egal. Letztlich ist es der Unterricht der entscheidet und der macht mir bei dem DAB Trainer hier in der Gegend einfach mehr Spaß.

Den 2. Kyu lasse ich nicht anerkennen, denn ich fühle mich – ehrlich gesagt – echt wie ein Anfänger. Sieben Jahre sind eine lange Zeit, in der man Begriffe und Techniken gerne zur Seite wirft. Natürlich kommt das alles wieder mit der Zeit, aber den Weg gehe ich gerne wieder von Beginn an.

Aikido ist vielleicht etwas anders, als Jiu Jitsu oder Karate, aber mindestens genau so schweißtreibend. Nach meinen ersten beiden Trainings war ich nicht weniger nassgeschwitzt, als nach einer ordentlichen Einheit Jiu Jitsu… mit einem Unterschied: ich hatte wieder einen ordentlichen Muskelkater, was ja letztlich bedeutet, dass die Belastung wieder tiefer geht – weil offenbar ungewohnter.

Ich denke letztlich wird es aufs selbe hinauslaufen, es kommt immer auf einen selber an. Ich kann natürlich auch ohne Schwitzen durchs Training kommen – aber macht das Sinn? Wenn ich Sport mache WILL ich doch schwitzen, WILL ich einen Muskelkater herausfordern! Also ja – ich denke AIKIDO kann mir bei meiner Gewichtsreduktion gut helfen.

Kann Aikido was? Der große Ip Man hat mal sinngemäß gesagt, es ist nicht die Kampfkunst, die gut oder schlecht ist – es ist derjenige, der sie anwendet.

Aikido hat in den Jahren seiner Existenz eine ziemliche Entwicklung hingelegt. Anfangs ähnelte sie noch Jiu Jitsu und wurde relativ „hart“ trainiert. Erst mit dem Älterwerden von Ueshiba wurde Aikido subtiler und weicher. Ueshiba stammte aus einer alten Samurai-Familie, was das teils extreme Hochhalten der Budo-Werte erklärt, wie auch die Ähnlichkeit mit dem japanischen Schwertkampf. Seine ersten Schritte in den Kampfkünsten machte er mit Sumo. Erst später, etwa mit 19 / 20 Jahren wandte er sich dem Jiu Jitsu zu, woraus dann nach vielen Umwegen irgendwann Aikido entwickelt wurde.

Bushido, Schwertkampf, Jiu Jitsu sind meiner Meinung nach die Kernelemente, die Inspirationsquellen von Aikido und die entsprechenden Werte und Philosophien werden bis heute im Aikido-Unterricht vermittelt.

Ob Aikido „etwas kann“ liegt natürlich auch am Lehrer. Als Schüler muss ich Vertrauen in die Technik aufbauen, sprich: überzeugt davon sein, dass sie WUMMS hat. Wenn keine realitätsnahen Situationen durchgespielt und der Trainingspartner zumindest gelegentlich nicht zu einem virtuellem Gegner wird, hat man kaum Gelegenheit dieses Vertrauen aufzubauen – dann sieht es mit der Antwort auf die Frage „kann Aikido was?“ natürlich echt mies aus.

Ich denke mit meinem Lehrer habe ich hier Glück. Philosophie und Technik nimmt natürlich viel Raum ein, dennoch geht es stellenweise auch gehörig zur Sache. Ich habe den Eindruck, er kann die Schüler gut einschätzen und gestaltet entsprechend seinen Unterricht.

Hab ich Spaß? Ich denke, das wird sich zeigen. Auf jeden Fall muss ich mich umgewöhnen. Das Malträtieren von Boxsäcken mit Händen und Füßen gibt es beim Aikido nicht. Ebenso wenig das minutenlange Herumliegen im Choke und den Versuchen sich wieder herauszudrehen. Dafür schmerzen meine Sehnen und Gelenke und Muskelkater quält mich in den Armen und im Rumpf. Jiu Jitsu hat schon viel für meine Gelenkigkeit getan, ich habe aber den Eindruck, Aikido legt noch eine Schippe drauf.

Hab ich Spaß? Es ist bemerkenswert, was eine kleine Drehung des Handgelenks ausmacht, welche Kräfte freigesetzt werden, wenn man der Bewegung des Partners kurze folgt und dann umdreht. Ich habe mich nur selten bei einem Hebel so ausgeliefert gefühlt und noch seltener so machtlos, wenn ich durch diese seltsam freigesetzten Kräfte durch den Dojo fliege – und positiv seltsam, wenn ich andere fliegen lasse…

Also ja – ich habe Spaß!

Im Moment sitze ich noch in einem kleinen Hotel in Österreich, irgendwo am Neusiedler See während das Wetter zwischen Gewitter, Sonne und heiß, oder schwül und leichter Regen pendelt. Die Zeit hier wollte ich mir nehmen, um mir über meine beiden Beiträge (diesem hier und dem davor) klar zu werden und mich zu entscheiden. Der Titel des Beitrags hier nimmt meine Entscheidung schon vorweg: Ich werde mich ausschließlich auf Aikido konzentrieren.

Der Kern der Seite hier bleibt natürlich bestehen.

Mein Training beginnt irgendwann Ende August oder Anfang September wieder – ich melde mich dann.

Bis dahin schönen Urlaub und OSS!

Bestandsaufnahme JULI und was würde ich meinem besten Freund raten?

BEARBEITEN

  • Alter: 47 Jahre
  • Gewicht: 97,5 kg (quasi unverändert)
  • Körpergröße: 180 cm
  • BMI: 30,2 (30,1 letzter Beitrag)
  • Körperfett: 31,6% (18%-23% = ideal) (31,1% letzter Beitrag)
  • Viszerales Fett: 15 (<=10 ideal)
  • Biologisches Alter: 48 Jahre (45 letzter Beitrag)
  • Körperbau: untersetzt (noch)

Alles unverändert. Naja, das kommt nicht überraschend, denn der Juli war in Summe ziemlich durchwachsen. Mein JJ Training hat ziemlich genau 1x stattgefunden, am 07.07. Seit dem habe ich den Dojo nicht mehr betreten. Das frustet natürlich… ich habe dennoch versucht zu Hause irgendwie in Form zu bleiben, aber wie in meinem Beitrag Dojo vs Home schon festgestellt, ist Heimtraining zwar okay, aber lange nicht so effektiv.

Die Trainingsausfälle nerven mich. Gerade nach dem Corona Lockdown habe ich mich – wie wahrscheinlich jeder Sportler – auf langes und intensives Training gefreut. Ätzend, wenn es dann eben ausfällt und ausfällt und dann wieder ausfällt…

Jiu Jitsu ist in meinen Augen die perfekte Kampfkunst. Sie ist effektiv, brachial, „sanft“, deckt alle Ebenen der körperlichen Auseinandersetzung ab und ist anwendbar (im Fall der Fälle). Doch was nutzt eine Kampfkunst, wenn man sie nicht trainieren kann?

Jiu Jitsu ist kein Breitensport. Wenn man JJ lernen will, ist man hierzulande auf kleinere private Dojos und Kampfkunstschulen angewiesen, was wiederum bedeutet – die monatlichen Kosten sind, im Verhältnis zu einem Verein, sehr hoch. Neben den ordentlichen monatlichen Kosten ist der Invest in „Zeug“auch nicht gerade unerheblich. Ein bis zwei Anzüge (oder mehr) , Tief- und Mundschutz, Schienbeinschoner, Handschuhe… da kommen schnell mal etwa 300 – 400€ zusammen.

Egal ob Sportverein oder keine KK Bude – man geht eine Art Vertrauensverhältnis ein. Die Bude / der Verein darf den regelmäßigen Beitrag erwarten, während der Schüler / das Mitglied erwarten darf, dass das Training regelmäßig stattfindet. Wenn eine Seite ihrer Leistung nicht mehr nachkommt, muss man drüber sprechen. Ändert sich nichts, ist etwas faul.

Mein letztes Training ist nun also gute 4 Wochen her, davor hat es seit dem Ende des Lockdowns auch nur 2x stattgefunden. Für drei aus unserer Gruppe Grund genug, die Reißleine zu ziehen und den Vertrag zu kündigen. Ich bin, meines Wissens, einer von drei übrig Gebliebenen, die noch nicht reagiert haben.

Ich bin ein ziemlich treuer Hund. Bevor ich reagiere muss sich wirklich viel Frust aufgebaut haben. Auch jetzt würde ich erstmal abwarten, wie sich der Spaß weiterentwickelt. Zudem bin ich sowieso ein paar Tage im Urlaub, im August würde also nicht allzuviel passieren… gestern Abend habe ich dann aber in einem Buch sinngemäß folgendes gelesen: „Warum sollten die Dinge, die Du Deinem besten Freund oder jemandem aus Deiner Familie rätst nicht auch für Dich gelten?“

Ich würde nüchtern und mathematisch an die Sache gehen…

„Wieviel Geld hast Du für JJ-Zeug in Summe ausgegeben?“ –

„Etwa 500€“

„Bist du irre? Und wieviel Beitrag hast Du in Summe bis jetzt bezahlt?“ –

„Etwa 350€“

„Okay, das sind 850€. Wie oft hast Du wirklich Jiu Jitsu trainiert?“ –

„Hm – 11 mal dieses Jahr.“

„Das sind stumpf runtergerechnet 77€ und ein paar Zerquetschte PRO Unterrichtseinheit.“ –

„Das ist viel.“

„Ja. Selbst wenn Du Den Material-Invest rausnimmst und nur den Beitrag gegen Deine Unterrichtseinheiten rechnest (31€ / Einheit) ist das echt ne Menge Kohle.“ –

„Stimmt. Aber was ist mit Corona? Zählt das etwa nicht? Waren auch knapp 3 Monate Pause…“

„Naja, das stimmt, aber den Beitrag hast Du ja weiter bezahlt…. und mal abgesehen davon: Du bist jetzt 8 Monate dabei. Selbst wenn Du die drei Monate abziehst und von 5 Monaten möglicher Trainingszeit ausgehst – bei 8x Training im Monat (2x wtl.) hättest Du dann 40x Training haben müssen. Du hattest 11x Training…. also eine Quote von 27,5%… glaubst Du, dass sich die Situation bessern wird?“

„Puh, so hab ich das noch gar nicht gesehen… das sind von 8 möglichen Trainingseinheiten im Monat gerade mal 2,2 die realistisch stattfinden.“

„So sieht das aus.“

„Das macht keinen Sinn.“

Ja, das macht definitiv keinen Sinn, oder? Und da ich nicht glaube, dass sich die Situation großartig ändern wird, ziehe ich einen Schlussstrich.

Den August werde ich mich in Geduld üben und versuchenauf meine innere Stimme zu hören. Wies es dann mit dem Blog hier und dem „greyrollingpanda“ weitergeht – wir werden sehen.

In diesem Sinne! Happy holidays!

Supplements?

Ich habe wirklich lange überlegt, ob und wie ich das Thema in diesem Blog verarbeite. Und irgendwann dachte ich mir: wenn, dann so ehrlich wie möglich!

Auf dem Markt gibt es ja eine ganze Bandbreite von Mitteln, die man in sich hineinstopfen kann. Die beiden Aminosäuren L-Arginin und L-Carnitin sind wohl die bekanntesten Supplements, wenn es um Kraft und Fettverbrennung geht.

Ich habe den Unterschied zwischen den beiden Mitteln nie wirklich verstanden. Der Effekt soll identisch sein, die Wirkunsgweise etwas anders.

Während L-Arginin ein Neurotransmitter ist, dass Stickstoffmonoxid in die Blutgefäße gelangen kann um Blutgefäße und Muskulatur zu entspannen, ist L-Carnitin eine Verbindung von Lythin und Methionin die essentiell für den Energiestoffwechsel sind.

Während man L-Arginin in Nüssen, Meeres- und Hülsenfrüchten ausreichend findet, kann man L-Carnitin tatsächlich hauptsächlich nur durch Fleischkonsum zu sich führen.

Beide Mittel sollen für

  • höhere Fettverbrennung
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit
  • Stärkung des Immunsystems
  • Muskelbildung
  • Förderung der Testosteronbildung und anderer Sexualhormone
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels

… sorgen.

Tja, keine Ahnung… die Gelehrten streiten sich, ob das Zuführen der Mittel überhaupt nötig ist, oder nur Geldverschwendung…

Ich habe beide Mittel in stiller Regelmäßigkeit benutzt, immer dann, wenn das Trainingspensum mich ans Limit gebracht hat. Eine „Wirkung“ konnte ich nur bei L-Carnitin feststellen, aber eins nach dem anderen.

Ich kann natürlich nur von mir ausgehen, einem 47jährigen grundsätzlich fitten, übergewichtigen Typen, der sich leidlich regelmäßig bewegt und sonst keine gesundheitlichen Probleme hat.

L-Arginin muss relativ hochdosiert eingenommen werden, um einen Effekt zu haben. mindestens 3000mg sollte die Tagesration sein in Belastungsspitzen aber auch mal 4500-5000mg. Die Darreichung erfolgt in der Regel in Kapseln, die -egal von welchem Hersteller- ziemliche Zäpfchen sind, die man erstmal schlucken muss. Dies zu de Mahlzeiten mit je 2 Kapseln. Das mag aber von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein. L-Arginin gibt es auch Pulverform, schmeckt aber echt übel und die Dosierung ist nicht so easy.

L-Arginin hat bei mir keine Wirkung. Erhöhe ich die Dosis geht mir das Zeug auf den Magen. Zudem geht mir das permanente Schlucken von irgendwelchen Kapseln echt auf den Zwirn (Würgereiz olé).

L-Carnitin ist da einfacher. Die Tagesdosis beträgt etwa 2-5 mg je kg Körpergewicht, ich komme also gut einer Kapsel täglich in. Entweder zu einer Mahlzeit, oder vor dem Sport.

L-Carnitin sorgt bei mir auf jeden Fall für Energie und Motivation. Das „Aufraffen“ zu Dingen fällt leichter und ich habe zumindest den Eindruck die Ausdauer ist gestiegen. Beim Sport schwitze ich mehr, was ja dafür spricht, dass die Verbrennung angekurbelt wird, und auch hier ist mein Durchhaltevermögen angestiegen.

Auswirkungen auf mein Körpergewicht, oder andere Faktoren, schreibe ich dem Mittel nicht zu.

Was ist also das Resümee? Bringen die Dinger was? Soll man damit herumexperimentieren?

Wie so oft muss das jeder für sich selber entscheiden. Für mich ist die „regelmäßige“ Einnahme solcher Mittel nichts. Ich habe gar keinen Bock mich durch die Einnahme von Kapseln gängeln zu lassen. In Phasen hoher Belastung dagegen würde ich wieder auf L-Carnitin zurückgreifen, alleine aus dem Gefühl heraus, dass es eine Wirkung hat.

So.

Kurz zum Training: die letzten Wochen gab es kein Training. Das frustet.

Alsdann! OSS!