Bestandsaufnahme Ende April

Jaaa… eigentlich ist ja schon fast wieder Mitte Mai, aber egal. Los Geht’s:

  • Alter: 46 Jahre
  • Gewicht: 97,7 kg (100,7 letzter Beitrag)
  • Körpergröße: 180 cm
  • BMI: 30,4 (31 letzter Beitrag)
  • Körperfett: 31,6% (18%-23% = ideal) (32,2 letzter Beitrag)
  • Viszerales Fett: 15 (<=10 ideal)
  • Biologisches Alter: 47 Jahre (48 letzter Beitrag)
  • Körperbau: untersetzt

Trotz Corona, Homeoffice und gefühlt weniger Bewegung konnte ich mein Gewicht wieder auf unter 100 kg drücken. Und das sogar stabil. Natürlich bemühe ich mich wirklich JEDEN TAG in irgendeine Art von Bewegung. Ob es nun er Spaziergang für 1,5 Stunden ist, eine Runde Yoga, oder der Gang in meinen Keller-Dojo… irgendwas mache ich immer.

Schlimmer ist es derzeit für mich die Disziplin beim Essen zu halten. Meine Frau hat das Thema Corona nur kurz berührt, da sie in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, somit sind meine Tochter und ich aktuell den ganzen Tag alleine zu Hause. Die „Süßigkeiten-Schublade“ wird in stiller Regelmäßigkeit wieder aufgefüllt und aufs Kochen habe ich auch nicht jeden Tag Lust.

Okay, das klingt jetzt nach Tiefkühl-Pizza, – Lasagne, oder Nudeln mit Ketchup… so ist es zum Glück nicht. Aber es ist echt nicht so easy dieses Aufraffen und Vorkochen… naja.

Aber zurück zum Thema.

Ab voraussichtlich dem 25. Mai können wir wieder ins Dojo. Training ist ab dann also wieder möglich, zwar mit bestimmten Auflagen, aber es soll gehen. Kein Körperkontakt, Maskenpflicht, Abstand zwischen den Schülern…. das klingt jetzt schwierig für BJJ, in der Morganti-Variante ist es aber immerhin OK, da hier auch Stehkampf und Katas trainiert werden.

Es geht also voran und ich freue mich schon tierisch darauf!

Bestandsaufnahme Ende März

Nun denn:

  • Alter: 46 Jahre
  • Gewicht: 100,7 kg
  • Körpergröße: 180 cm
  • BMI: 31
  • Körperfett: 32,2% (18%-23% = ideal)
  • Viszerales Fett: 15 (<=10 ideal)
  • Biologisches Alter: 48 Jahre
  • Körperbau: untersetzt

Ja, ich habe die 100 kg mal wieder getoppt. Ich habe mich gehen lassen, ganz einfach. Es ist halt einiges zusammengekommen diesen Monat und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Situation noch eine Zeit lang so bleibt. Aber legen wir mal los. Was war denn alles?

Mein letztes Training hatte ich am 12.03., hier lag ich bei einem Gewicht von 99,7 kg. Die Woche drauf habe ich zumindest einen kleinen Teil meines Resturlaubs nehmen können und hatte die krude Vorstellung: Genial – 2x Training, vielleicht schaffe ich es noch 1x on top ins freie Training und zu Hause kann ich ja auch noch etwas machen!

Kellerdojo

Weit gefehlt, Corona machte mir einen Strich durch die Rechnung. Mein Dojo hat seit dem 16.03. seien Pforten zu gemacht. Im Urlaub habe ich dann versucht meinen Keller-Dojo etwas intensiver zu nutzen, aber ich spürte deutlich, dass meine Ausdauer immer kleiner wurde, bis… ja bis sich bei mir eine ganz klassische Erkältung breit gemacht hat. Meine Frau plagte sich damit schon eine ganze Weile herum, nun hat es also auch mich erwischt. Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, keine Stimme…. das ganz klassische Programm ist losgegangen. Mein Keller blieb also verwaist und meine Pläne habe ich erstmal unter mein Sofa geschoben… irgendwann zwischen „better call Saul!“ und „Knightfall„.

Gammelei und Krankheit behagen mir nicht, denn die Kombination verleitet mich zum Essen. Schließlich braucht man ja Reserven, um die harten Krankheitstage zu überstehen. Nun ja, das Resultat davon sehe ich auf der Waage. Schlimm.

Heute, Sonntag, 29.03.2020 ist der erste Tag, an dem ich mich wieder wie ein Mensch fühle. Kopfschmerzen sind noch da, die Stimme ist rau und das ständige Kratzen im Hals kratzt weiter – aber die Schmerzen sind weg und ich fühle mich halbwegs fit.

Ursprünglich wollte mein Dojo ab dem 01.04. wieder aufmachen… aber wie sich die Situation hier in Bayern entwickelt, wird das sicher nichts. Ich gehe im Moment davon aus, dass wir noch bis mindestens Ende April mit den Maßnahmen zur Eindämmung von Corona leben müssen / dürfen. Das ist auch OK. Dennoch wäre ich lieber fit und würde gerne an meinem Ziel „Gewichtsreduktion“ weiterarbeiten. Auch wenn es nur in meinem Kellerdojo ist…

In diesem Sinne – haltet durch!

OSS!

Corona und BJJ – das muss jetzt sein

In Bayern herrscht der Ausnahmezustand und ich habe Urlaub. Das ist okay, hab’ich kein Problem mit. Meine Familie ist zu Hause und im Moment fühlt sich das Ganze wie ein verlängerter Sonntag an. Das einzige was knapp wird, ist das Toilettenpapier. Ich hätte nie gedacht, dass es eine Toilettenpapierkrise geben könnte, ich hätte eher gedacht, dass es an die Konserven, Tiefkühlwaren oder Kartoffeln geht, aber Toilettenpapier? Okay, man lernt nie aus…

Mein Dojo hat natürlich auch reagiert und seit letztem Dienstag für 2 Wochen seine Tore geschlossen. Die Frage ist: und nun? Ich fühle mich gesund und fit genug für eine intensive Einheit Jiu Jitsu, was soll ich also machen? Was soll der zu Haue gefesselte Jiu Jitsu Typ überhaupt machen? Hier ein 3 Tipps für zu Hause:

  1. Baue Dir Deinen eigenen Dojo!

Okay… hä? Dojo steht im japanischen für „Übungshalle“ oder auch „Meditationsraum“. So ein Raum muss nicht sonderlich groß sein. Das kann von einer Yogamatte bis hin zu einer Turnhalle reichen.

Für zu Hause reicht die Yogamatte. Hier kann man ganz gut seine Grundübungen drauf machen und die Yogamatte reicht für eine Vorwärtsrolle, oder auch eine Rückwärtsrolle. Wer das Glück hat seinen Keller, Dachboden, o. ä. umbauen zu können, kann sich dort seinen eigenen kleinen Dojo einrichten. Ich habe mir einige aussortierte Judomatten von einem Sportverein besorgt, sowie ein bisschen Zeug von einem Sportdiscounter. Das reicht für eine kleine Rolleinheit, sowie um sich mal an einem Trittsack auszupowern.

2. Yoga rockt.

Gerade für mich als Mitt40er ist der Körper schon lange nicht mehr so beweglich und dehnbar, wie ich es in meiner Erinnerung habe. Langes Sitzen, langes Arbeiten, falsche Ernährung… was soll ich sagen? Das fordert seinen Tribut! Eine Auswirkung: die totale Unbeweglichkeit… Um mein Jiu Jitsu zu unterstützen, habe ich schon vor einiger Zeit mit dem Programm von Sebastian Broche angefangen. Sebastian Broche ist ein BJJ- Schwarzgurt mit einer Vita, die sich durchaus sehen lassen kann. Vor vielen Jahren schon hat er Yoga-Routinen in sein BJJ Training aufgenommen und betreibt heute zusammen it einigen Kollegen ein Yoga-Studio in Oslo. Aus seinen Trainingsroutinen hat Sebastian ein Programm zusammengestellt, das insbesondere für BJJ Praktizierer hilfreich und sinnvoll ist. Da nicht jeder von uns in Oslo lebt, hat er das Programm als Videoprogramm entwickelt und ist heute abonnierbar. Nicht billig, aber sehr sehr gut. Sebastian leitet einen einfach und gut erklärt durch die Bewegungen, gibt Hilfestellungen und zeigt sehr genau, worauf es ankommt.

Willst Du es mal probieren? Man findet kostenlose Videos auf YOUTUBE und einen Testbericht gibt es auf GI-WORLD!

3. Videos, Videos, Videos!

Videos ersetze natürlich kein Training, aber wenn der Meister nunmal nicht greifbar ist… vielleicht gibt es hier ein paar Antworten zu Fragen, wie…. Wie komme ich aus dem Choke? Wie bewege ich mich aus dem Lock? Was kann ich tun, wenn…? Was bewirkt BJJ im Kopf? Was macht BJJ mit Deinem Körper? Es gibt dutzende Fragen, die Du Dir als BJJ Praktizierer sicher schon gestellt hast. Gerade als „alternder“ BJJler kommen noch mehr Fragen dazu, wie zur Ernährung, Verletzungen, Verspannungen, undundund…

Bei Youtube kann man loslegen und sich diverse Kanäle abonnieren. Leider gibt es keinen guten deutschen Kanal (oder ich habe noch keinen gefunden, aber hier mal einige, die ich regelmäßig durchsehe, Links hinter dem Text:

  • Gracie Breakdown. Zu den Gracies muss ich wohl nix mehr schreiben. Hier der Kanal von der Gracie-University USA.
  • Jocko Podcast. Jiu Jitsu nur beim zweiten Hinsehen, aber die beiden sind gut, lustig und praktizieren BJJ schon seit vielen vielen Jahren…
  • Chewjitsu. In der Regel kurze, knackige Videos von Chewjitsu himself mit Antworten auf Fragen, Geschichten aus seinem Dojo, Anekdoten von seinen Lehrgängen, etc. kurzweilig, informativ, lustig…. guter Typ!
  • Roy Dean. Macht seit 25 Jahre nichts anderes. Lehrer, Professor, Experte… hat den Schwarzgurt in Aikido, Judo, Japanisches Jiu Jitsu und natürlich in BJJ. Professionelle und gute Videos
  • the grapple club. Okay, hier bin ich erst vor Kurzem drauf gestoßen. Hier werden Techniken gezeigt und erklärt von professionellen BJJ Kampfkünstlern.

Hier nur einige, mit denen ihr euch während der Quarantäne etwas Zeit vertreiben könnt.

Ansonsten entspannt euch, verbringt Zeit mit euren Familien, macht einen Spaziergang in der Natur.

Für mich bedeutet diese Corona-Pause RUNTERKOMMEN, abschalten, schlafen, lernen, rollen.

In diesem Sinne, ihr Pandas!

OSS!

Verletzungen? Ach soo….

Jaaaa… man mag es kaum glauben, sie gibt es….:)

Als Ü40er verletzt man sich anders, als mit 20. Die Gründe hierfür sind eigentlich ganz einfach.

  1. Im Alter zwischen 35 und 55 ist MANN in der Lage sein Kraftpotential vollständig auszuschöpfen. Du bist also stärker, als Du je warst, oder je sein wirst. Sein Körper allerdings beginnt hier seine ersten Zimperleins zu bekommen. Hier eine Verspannung, dort mal ein Hexenschuss, dann und wann mal Kopf-, oder Nackenschmerzen… kennt jeder, hat jeder.
  2. Der Körper kann nicht mehr so, wie mit 20. Wir sind mitten im Job, mitten drin in der Leistungsklasse der Gesellschaft, sitzen zu lange im Büro, zu lange auf der Couch, zu lange im Fußballstadion… such‘ Dir etwas aus. Das hinterlässt Spuren.
  3. Du überschätzt Dich und Deine Fähigkeiten.

Dieses „Überschätzen“ führt zu Verletzungen, die nicht unbedingt etwas mit Jiu Jitsu zu tun haben. Dennoch machen Ü40er gerne den Sport dafür verantwortlich und hören mit einem „ich bin zu alt dafür“ wieder auf.

Dabei ist die Lösung ganz einfach: Ruhe behalten und sich langsam in das Training hineinarbeiten…

Aber was genau meine ich jetzt für Verletzungen?

  • Stauchungen. Hatte ich bereits in der Hand / Handgelenk durch zu starkes Faustschlagtraining am Boxsack.
  • Adduktorenzerrung. Kam bei mir ganz unweigerlich im Bodenkampf, ich hatte nicht den Eindruck, mich überdehnt zu haben, aber die Zerrung war da.
  • Schmerzen im Kniegelenk. Durch exzessives und übertriebenes Falltraining. „Das muss doch härter gehen!“

Ich bin davon überzeugt, dass man solche Verletzungen zwar nicht vermeiden, aber zumindest einschränken kann, wenn man mehr auf sich achtet und die Dinge mit Ruhe angeht.

Dinge, wie baue Flecken, Druckstellen, exzessiver Muskelkater, etc. sind in meinen Augen „normal“ und gehören schlicht und einfach zum Jiu Jitsu…

Blöd getreten und danach verdreht gefallen…

Ich persönlich bezeichne meinen fast permanenten Muskelkater als „Umarmung die einen nicht loslässt.“ Das macht es nicht leichter, aber erträglicher, denn so spüre ich, dass mein Körper arbeitet… es tut sich einfach etwas.

Also bleibt locker, übertreibt es nicht und geht weiter zum Training!

OSS!

Bestandsaufnahme Ende Februar

Los geht’s:

  • Alter: 46 Jahre
  • Gewicht: 99,85 kg
  • Körpergröße: 180 cm
  • BMI: 30,8
  • Körperfett: 31,8% (18%-23% = ideal)
  • Viszerales Fett: 15 (<=10 ideal)
  • Biologisches Alter: 47 Jahre
  • Körperbau: untersetzt

Was ist hier passiert? Nicht viel könnte man annehmen, im Detail allerdings doch eine ganze Menge. Fakt ist beispielsweise, dass ich Körpergewicht zugelegt und Körperfett abgebaut habe. Im Detail habe ich in den letzten 4 Wochen etwa 1 kg Körperfett verloren – wenn ich meiner Waage glauben darf – und Muskelmasse aufgebaut.

Es wurde also quasi Fett in Muskel gewandelt. Und da Muskeln schwerer sind als Fett…

Mein Biologisches Alter nähert sich meinem realen Alter. War ich Ende Januar noch 60, bin ich heute 47. Natürlich sind das Momentaufnahmen, aber die Tendenz stimmt.

Es geht also irgendwie in die richtige Richtung, zufrieden bin ich allerdings nicht. Die Schere zwischen Fettabbau und Muskelaufbau muss größer werden, damit sich die Mühe auch irgendwann im Körpergewicht widerspiegelt. Das wird dauerhaft nur über die Ernährung gehen, denn aktuell bin ich mit meinem Trainingspensum gut ausgelastet. Im Prinzip begleitet mich seit Ende Januar ein permanenter Muskelkater, der jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag aufgefrischt wird. Das ist eher angenehm als belastend und ich spüre eigentlich permanent, dass sich in meinem Körper etwas tut. Das ist gut! Und solange ich mich gut fühle und mir der Körper keinen Strich durch die Rechnung macht, mache ich weiter.

Also die Ernährung. Ich habe mich den Monat über mal beobachtet und stumpf aufgeschrieben, was da so alles in meinen Mund verschwindet. Es ist übersichtlicher, als ich dachte:

Morgens: 1 Glas warmes Zitronenwasser, Kaffee, unregelmäßig ein Protein-/ Früchtesmoothie

Mittags: normal. Fleisch, Gemüse, Salat, Suppe. Auf Pommes, Kartoffelecken, etc. verzichte ich komplett, Nudeln, Reis, und ähnliches, versuche ich zu meiden. Gelingt nicht immer, aber häufig

Abends: 2-4 Scheiben Knäckebrot oder Vollkornbrot, Butter, Wurst oder Käse (nicht beides zusammen), ggf. mal Ei und/oder Thunfisch

Ausnahmen: betriebliche Abendessen, private Feiern und sonstige ähnliche Ereignisse.

Der große Fressattacke erreicht mich in der Regel abends, wenn ich schlichtweg zur Ruhe komme. Ob nun um 23 Uhr nach den Jiu Jitsu, oder um 20 Uhr an einem trainingsfreien Tag, ist egal. Dann knabber ich das, was da ist. Chips, Schokolade, und so weiter.

Seit letzter Woche versuche ich diesen Automatismus umzuleiten. Lieber Salzstangen statt Chips. Eher mal ein Knäckebrot statt Schokolade. Auch wenn Salzstangen sicher auch nicht gut sind, sind sie vielleicht besser, als Chips und Schokolade. Oder ich mache mir lieber nochmal eine Bemme, statt dass ich zum Knabberzeug greife.

Soviel mal dazu.

Der Februar war schon in Summe eine Mischung aus Frust und Freude. Frust, weil ich mein Ziel etwa 2 kg im Monat zu verlieren nicht erreicht habe – im Gegenteil – sogar noch Gewicht zugelegt habe. Freude, weil ich es trotz Stress und trotzdem es teilweise echt knapp war, jedes Training mitmachen konnte.

In diesem Sinne: weiter, weiter, weiter!

Oss!

4 Wochen … und nun?

Vor ziemlich genau 4 Wochen habe ich mein erstes Jiu Jitsu Probetraining gemacht. Was ist seither passiert?

  1. Und es geht doch!

Nachdem ich mein Kyokushin Training aufgrund meiner geilen Arbeitszeiten aufgeben musste, war ich natürlich skeptisch, ob das mit dem Jiu Jitsu besser werden würde. Okay, das Training fängt zwei Stunden später an, dafür habe ich aber auch eine längere Anfahrt. Kurz und knapp: es klappt. Am Dienstag zwar „Spitz auf Knopf“, aber es funktioniert! Haken dran.

2. Überraschungen

Mehrere, mehr oder weniger.

a. Angefangen hat es mit dem Gruppenmix. Nur Erwachsene. Der Jüngste etwa Anfang 20 und Student. Der Älteste: wohl ich mit 46. Es scheint, als ob Jiu Jitsu eine Kampfkunst ist, die man erst „später“ entdeckt. In die Runde gefragt, waren die Vorerfahrungen recht unterschiedlich. Kickboxen, Judo, Karate, Eishockey und … keine – ist halt in der Nähe…

b. Bodenkampf macht Laune. Das hat sich wirklich gedreht. Mir war es immer ein Graus, wenn es beim Wing Chun oder Aikido auf den Boden ging. Zeitweise habe ich versucht diese Stunden zu meiden. Heute will ich das nicht mehr missen, gerade im Bodenkampf erfährt man soviel über sich und über das, wozu der Körper imstande ist – oder eben auch (noch) nicht. Zudem ist der Bodenkampf tatsächliches Ganzkörperworkout. Irrsinn, der ganze Körper steckt voll Muskelkater nach einer Einheit. Zumindest noch.

c. Mehr Kyokushin als ich dachte. Im Morganti Ju Jitsu haben sich noch viele traditionelle japanische Rituale erhalten. Vom Eintreten in den Dojo, der Begrüßung, den Begriffen, dem Drill an sich und der Verabschiedung – alles dabei. Ich glaube, dass insbesondere der Kyokushin Stil als Vorbild gilt, denn einige Dinge kommen mir so bekannt vor, dass sich schon fast ein heimeliges Gefühl entwickelte. Das überall zu hörende „OSU“ (im BJJ: „OSS“) zum Beispiel, das Kreuzen der Fäuste, die Einheiten zu Abhärtung am Oberkörper und an den Beinen (später auch Rücken, etc.), that’s Kyokushin!

3. Muskelkater

Seit 4 Wochen schleppe ich einen Muskelkater mit mir herum, der jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag (manchmal auch Sonntag) aufgefrischt wird. Gerade nach dem Donnerstagstraining brauche ist teilweise bis Sonntag, um mich wieder halbwegs rund bewegen zu können. Übertreibe ich? Vielleicht ein wenig, aber irgendwann wird sich der Körper daran gewöhnen. In Summe ist es sogar recht angenehm, denn ich merke, wie es in meinem Köper arbeitet, dass er dabei ist sich zu verändern, sich an die Belastung anzupassen.

4. Jiu Jitsu ist Schach

Ich gebe es zu, ich konnte bisher nicht viel damit anfangen. Mittlerweile weiß ich, dass es neben einer guten körperlichen Fitness auch eine gute Portion Hirn benötigt um Jiu Jitsu zu betreiben. Es geht darum zu verstehen, was man macht, warum man es macht und welche Auswirkungen es haben kann. Und das immer in Verbindung mit einem Partner. Ich finde es immer wieder irgendwie cool, wenn man auf dem Boden ineinander verhakt herumliegt, es wirklich weh tut und man trotzdem vernünftig miteinander den Hebel, die nächste Bewegung, oder die Wirkung dessen bespricht. Es geht also nicht darum, den „Gegner“ umzunieten, sondern mit seinem „Partner“ die Technik zu erarbeiten.

5. Ich freue mich drauf

Es gab für mich immer irgendeinen Pferdefuß bei den Kampfkünsten, die ich bisher gemacht habe. Beim Jiu Jitsu nicht, ich freue mich auf jede verdammte Einheit! Gut, die Rückwärtsrolle bereitet mir echt Schwierigkeiten, aber ich gebe nicht auf! So!

Ansonsten hat sich noch nicht wirklich viel verändert. Ich wiege noch genau so viel wie vorher, mein Bauch nervt mich immer noch und ich bin immer noch 46… 🙂 eventuell bin ich etwas beweglicher geworden, mehr ist aber noch nicht passiert.

Bevor ich mich nun mit einem fröhlichen Gruß verabschiede, muss ich noch kurz etwas los werden, es geht um die Domain. Der Begriff „RollingPanda“ wird nicht nur von mir benutzt, sondern auch von anderen Unternehmen, Firmen und Vereinen. Es ist noch nichts entschieden, aber es kann passieren, dass ich die Domain etwas anpassen, oder umbenennen muss. Ich denke, das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

In diesem Sinne: OSS!

Über die „Überforderung“-Zieldefinition Update

Überforderung. Keiner hört es gerne: „Bist Du überfordert?“ Im Laufe der Jahre hat sich diese Frage zu einer Art des „Lächerlich machens“ gewandelt. Seltsam, denn es gibt immer mal wieder Phasen, in denen wir überfordert sind.

Das ist gar nicht schlimm, es kommt vor, dass einem die Dinge über den Kopf wachsen, dass man sich zu viel zugemutet hat. Die Frage ist -wie so oft- wie geht man damit um.

Zur Ruhe kommen, durchschnaufen, es akzeptieren, verändern.

2020 ist jetzt etwa 1,5 Monate alt. Und um ehrlich zu sein, kaum ein Jahr hat so ätzend begonnen wie dieses. Der Hexenschuss hat mir etwa 3 Wochen geraubt, plus eine weitere Woche, die ich mit abendlichen Meetings verbrachte, war der Januar ein – in sportlicher Hinsicht – verlorener Monat.

Angestachelt von diesem Frust habe ich Pläne geschmiedet. Deutsche Ju Jutsu plus etwas anderes… Judo vielleicht, Aikido, oder eben Morganti Ju Jitsu… nebenher das Fitnessstudio, damit ich auch am Wochenende etwas tun kann…

Ist das auch eine Art Nebenwirkung des Alterns? Dinge, die man früher nicht machen konnte, nachzuholen? Midlife Crisis vielleicht? Männliche Wechseljahre?

Möglicherweise. Ich bin zum Glück weit weg von einem Porsche Cabrio (oder sonstigen Sportwagen), oder einer Rolex-, oder sonstigen Uhren-Blödsinn-Sammlung, für mich ist es die Kampfkunst.

Mal abgesehen davon, dass der sportliche Druck und die Zeitinvestition Irrsinn wäre, ist es auch mein Körper, der mir recht deutlich die Grenzen zeigt.

Ich habe mich im Laufe das Januars dazu entschieden mich voll auf Morganti Ju Jitsu zu konzentrieren und – wenn möglich – nebenher etwas zweites zu machen. Zusätzlich zum Fitnessstudio natürlich.

Fakt ist: ich habe meinen Vertrag mit dem Fitnessstudio gekündigt und nichts zweites nebenher angefangen. Es hätte mich „überfordert“.

Seitdem ich Morganti Ju Jitsu betreibe, spüre ich in meinem Körper, meinen Muskeln ein permanentes, leichtes Brennen. Es ist ein Muskelkater, der sich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit immer wieder auffrischt, so fühlt es sich zumindest an. Es ist angenehm, ich spüre regelrecht, wie der der Körper auf die neue Belastung reagiert. Etwas zweites dazu, würde das Ganze wieder kippen lassen. So gebe ich mir etwas Zeit, warte ab, lasse es sacken.

Evtl. kommt die Zeit für eine zweite Kampfkunst.

Für das Wochenende habe ich mir einen kleinen Dojo im Keller eingerichtet. Bei ebay Kleinanzeigen habe ich mir etwa 13 qm Judomatten gekauft (gebrauchte von einem Sportverein), sowie einen Punchingball und einen Box- und Trittsack. So kann ich das Gelernte am WE noch einmal üben. Das reicht. Mehr geht nicht aktuell.

Bin ich also „überfordert“? Ein Stück weit ja. Aber positiv. Mein Körper ist tatsächlich im Stress und lernt gerade, sich auf dieses Jiu Jistu einzulassen. Das reicht. Mehr geht nicht. Jetzt heißt es, sich an die Belastung gewöhnen. Das mache ich.

In diesem Sinne: OSS!

BJJ für Alte? Tipps für den Start!

Okay, der Titel ist provokant. Ich gehe mal davon aus, dass der Durchschnittstyp, egal ob Frau oder Mann, sich mit etwa 40/45 Jahren Gedanken darüber macht, etwas Neues anzufangen. Und gerade, wenn man irgendwie ein Faible für die Kampfkünste kannst, geht es schnell, dass man sich in einer KK Bude anmeldet. Macht das Sinn? Und wäre MJJ / BJJ etwas für solche Menschen?

Natürlich kann man in jedem Alter mit jeder Kampfkunst anfangen. Die einen KKs sind zugänglicher, andere intellektueller, jene ist ein Breitensport und diese ist brutal. Es ist immer abhängig von der körperlichen (und auch seelischen) Verfassung, sowie von dem, was man erreichen will.

Ich muss hier von mir ausgehen, einem übergewichtigen Mittvierziger mit Bürojob, Familie und einem gesetzten / gefestigten Privatleben, ohne großartige körperliche Defizite, außer dem typischen Bauch.

Prinzipiell könnte ich meine Punkte aus dem „Kampfkunstweg 1“ für Karate wiederholen, sie gelten so auch für Jiu Jitsu. Da aber Jiu Jitsu doch etwas anders als Kyokushin Karate ist, mache ich das mal neu…:)

  • Schätze Dich richtig ein und übertreibt es nicht!

Ja, wenn ich das nur selber beherzigt hätte… auch beim Jiu Jitsu ist es mir wieder passiert, dass ich nach etwa der Hälfte der Unterrichtseinheit auf dem Boden lag und selbst das Atmen geschmerzt hat. Nach der Einheit habe ich meine Adduktoren in den inneren Oberschenkeln gespürt, wie schon lange nicht mehr- was mich direkt wieder zu einer Pause für etwa 1,5 Wochen gezwungen hat. Dieses typische: „Ich gebe ALLES was ich habe und zeige, dass ich auch was kann!“ Ding, dieses typische männliche „ICH KANN AUCH FEUER MACHEN“ Ding ist mit mir durchgegangen. Das ist nicht gut. Wenn ich das nicht kennen würde, würde ich jetzt sagen, ich bin zu alt für den Mist, sowas wie Jiu Jitsu brauche ich nicht mehr.

Deshalb ist es wirklich wichtig, NICHT 100% von Anfang an zu geben, sondern sich die Zeit und Ruhe zu nehmen die Dinge kennen zu lernen. Mit Ü40 auf dem Buckel und einer langen Sportpause, kann man in der Regel seinen Körper nicht mehr richtig einschätzen. Sich langsam in die Übungen und Routinen einfinden ist hier das A und O. Spüren, wo es weh tut, erstmal die 7 oder 8 nehmen, bevor man auf die 10 geht – dazu gehört Disziplin und Ruhe.

Und wenn es weh tut? OKAY! Das bedeutet nicht, dass Du zu alt bist, sondern lediglich dass Du zu lange nichts mehr gemacht hast! Überlege: Du bist in einem Alter, in dem Dein Körper auf dem höchsten Stärke-Level arbeiten kann! Du bist stärker, als Du mit 20 warst und mit 60 sein wirst. Wäre doch super, wenn Du Deinem Körper auch die Möglichkeit gibst, das auszuleben, oder? Also langsam. Kein Sprint – sondern ein Marathon.

  • Du bist total unflexibel und steif? Egal!

Okay, (k)ein Problem. Ich habe es im MJJ Beitrag mal ganz kurz angerissen. Jiu Jitsu ist die Kunst aus einem Brett Gummi zu machen. Mein Lehrer meinte während meiner ersten Stunde zu mir:“ Siehst Du den (hier Name einsetzen)? Als er vor einem Jahr hier angefangen hat, war er steif wie ein dickes Holzbrett. Und jetzt?“ Mein Blick fiel auf ein Knäuel zweier Kerle, die munter über die Matten rollten.

Es dauert sicher seine Zeit, bis die Flexibilität und Geschmeidigkeit in die Sehnen, Muskeln -in den Körper zurückkehrt, doch das wird es. Mit jeder Stunde, mit jeder Woche wird es ein wenig mehr. Du selber wirst es vielleicht nicht merken, Deine Trainingspartner schon… und – sofern vorhanden – Dein Lebenspartner ganz sicher auch… 😉

Wenn Du bei 2x Training die Woche noch etwas Power übrig hast, empfehle ich Dir einen Yoga-Kurs. Yoga ist mittlerweile weit weg von Räucherstäbchen und Sitar-Musik (okay, gibt es sicherlich immer noch, aber ist mir schon länger nicht mehr begegnet) und es gibt sogar spezielle Yoga-Programme für BJJ. Ich habe mich nebenher zum Beispiel bei YOGA FOR BJJ angemeldet und lege an meinen trainingsfreien Tagen eine Yoga-Session in den eigenen vier Wänden ein. Nicht ganz billig das Jahresabo, das stimmt, aber es rockt! Ein extra Beitrag dazu ist schon in Planung.

  • Bleib am Ball!

Gerade wenn man mit Mitte 40 im Leben steht, einen Job hat, eine Familie, etc. ist es wirklich schwer sich regelmäßig aufzuraffen und sich auf den Weg ins Dojo zu machen. Machen wir uns nichts vor, wir sind derzeit die Stütze der Gesellschaft und das spüren wir. Der Druck ist hoch, der Stresslevel fast immer im roten Bereich, wir arbeiten länger als wir sollten und sind meistens froh, wenn wir nach Hause kommen und uns aufs Sofa flacken können. Also mir geht es so. Es ist wirklich schwer sich aufzuraffen.

Ich habe gelesen, dass man etwa 6 Wochen braucht, bis etwas zu einer Art Gewohnheit wird und noch mal länger, bis es einem in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich habe mir überall Post-its hingeklebt. Badezimmer, Auto, Kofferraum, Monitor im Büro, etc… die mich daran erinnern. Habe mir Termine in den Kalender eingetragen. Habe entsprechende Abos bei Instagram. Schreibe diesen Blog! Ich glaube es hilft. Dauerhaft? Ich werde sehen, denn auch ich bin ja gerade am Anfang!

Einen von den Gracies will ich noch in diesem Absatz lassen: „BJJ ist ein Marathon, kein Sprint. Mach Dich locker!“

  • Scheiß‘ auf die Gürtelfarbe, das Alter, oder das Geschlecht!

Gut, das klingt drastisch, trifft es aber. Die Gracies sprechen hier von einer Art „natural jiu jitsu“. Jeder Mensch wehrt sich, sobald es im Zweikampf in die Nahdistanz geht, automatisch mit Techniken, die in Ansätzen an Jiu Jitsu erinnern. Als ob irgendein Gen angesprochen wird. Das ist schon beinahe magisch. Natürlich kennt man keine Hebel, kein Techniken, keine Befreiungen, etc. es wird aber ein Automatismus in Gang gesetzt.

Was bedeutet das? Du kannst nur lernen! Du kannst die Gürtelfarbe Deines Trainings-Partners als Messgrad nehmen. Nach dem Motto: „Oh ich halte jetzt 4 min gegen den Gelbgurt durch, mal sehen wie lange ich es gegen den Blaugurt packe…!“

Je mehr Trainingspartnern Du im Laufe Deiner Jiu Jitsu Karriere auf der Matte begegnest, desto besser ist es für Dich. Ob Mann, Frau, ob 20 oder 72 Jahre alt – im Jiu JItsu geht es (in erster Linie) nicht ums Gewinnen, sondern ums Entwickeln.

Mit jedem neuen Trainingspartner kannst Du Dich verbessern, Deine Techniken anpassen, neue Techniken lernen und ausprobieren. Wenn Du abklopfst ist es keine Schande, es ist ein Lernprozess.

Also sei dankbar für jeden Trainingspartner, mit dem Du rollen darfst.

  • Scheiß aufs Gewicht!

Sicher ist es anders, wenn ein 120kg Typ auf Dir liegt und Dich hebelt, als wenn es ein 70kg Student, oder eine 50kg Kassierin ist (das sind nur Beispiele). Aber auch hier gilt, je unterschiedlicher Deine Trainingspartner, desto besser der Lerneffekt!

  • Besorge Dir einige Dinge für zu Hause

Wir geben es ja nur ungern zu, aber es zieht, zwickt und schmerzt schon ganz schön arg im Körper. Das wird zwar besser, aber es wird immer mal wiederpassieren, dass ein Muskel plötzlich zu macht, oder eine Sehe einfach überspannt wurde.

Zu meinen ständigen Begleitern, schon seit vielen Jahren, gehören ein kleiner Tegel Tigerbalm und eine Tube Pferdesalbe.

TIGER BALM WEISS
WEPA Pferdesalbe 100 ml Tube

Beim Tigerbalm bevorzuge ich die weiße Variante. Sie ist ein wenig schärfer und wirkt eher kühlend. Erholsam bei Kopfschmerzen, Erkältung und bei Prellungen, sowie leichten Blutergüssen. Die rote Variante wärmt eher und ist echt angenehm bei Verspannungen und muskulären Geschichten. Den seltsamen Zimtgeruch muss man ertragen, aber vielleicht magst Du den ja auch? 🙂 Ach ja – und die rote Variante sorgt für Rückstände in den Klamotten… in meinen Augen ein MUSS für jeden Kampfkünstler.

Pferdesalbe  gibt es von so einigen Herstellern, aktuell habe ich die von WEPA. Für Pferde entwickelt, für den Menschen hilfreich, sagt man. Hilft bei Muskelkater, nach besonders hohen Belastungen des Bewegungsapparates, etc.

Ihr tut euch echt Gutes mit dem Zeug, besonders wenn ihr das Training in euren Gliedern spürt… und das werdet ihr sicher… 

  • Besorge Dir einige Dinge für den Unterricht

Dass ihr einen Kimono / Gi braucht ist klar, denke ich. Hier gibt es eine breite Auswahl an Herstellern und Farben, etc. Ein einfacher Judo Gi reicht aber auch, macht euch hier keinen Stress. Ich nutze die Kimonos von Kingz, die sehen gut aus, haben eine gute Passform und sind bequem.

Ich nutze unter dem Kimono immer noch zusätzlich eine Grappling-Shorts…. zur Sicherheit, falls die Kimono Hose ihren Sitz verlieren sollte… 😉

Besorgt euch einen Tiefschutz. Echt. Tut das. Gewöhnt euch dran, das Teil zu tragen. Probiert hier ruhig aus, ob es eine Shorts mit Weichschale ist, oder eine Hartschale, die man sich über den Schlüppi zieht… egal.

Besorgt euch einen Mundschutz / Zahnschutz. Den braucht ihr zwar nicht immer, aber im Sparring solltet ihr einen tragen. Wie beim Tiefschutz kann es passieren, dass irgendein Körperteil des Gegners plötzlich bei euch im Gesicht auftaucht. Ich habe mit dem Ding echt Probleme und bekomme Würgegefühle, wenn ich es zu lange trage. Aber es nutzt ja nix, ich möchte meine Zähne gerne noch etwas behalten…

Ich bekomme von den Dingern IMMER Würgegefühle, habe aber mittlerweile einen gefunden, mit dem es geht. Probiert euch am besten durch. So teuer sind die Dinger nicht und die Kundenrezensionen (wenn vorhanden) helfen sehr gut.

Die wichtigsten Punkte sind aber die Folgenden:

  • Was im Dojo passiert, bleibt im Dojo!
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Fight Club 1999

Okay, nicht ganz so martialisch gemeint, trifft es aber sehr gut! Gerade für uns Ü40er mit einem gefestigten Leben ist es teilweise sehr schwer, wieder komplett von Vorne zu beginnen. Und in einem Dojo machst Du genau das: Du bist der Anfänger. Du beginnst von Vorne. Links neben Dir ist der Platz meistens leer und rechts siehst Du all jene sitzen, die den Schritt vor Dir in den Dojo gemacht haben. Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken, sozialen Schichten, Geschlechtern, und so weiter.

Im Dojo gibt es all das, was da draußen normal ist nicht. Deine Karre interessiert keinen, Deine Omega-Uhr ist hier genauso scheißegal, wie Dein Jahreseinkommen, Deine Jobbezeichnung, oder wie viele Menschen für Dich arbeiten.

Für uns Ü40er wird hier das Leben einmal auf den Kopf gestellt. Für den einen ist es „befreiend“, weil er hier völlig aus dem Hamsterrad herausgehebelt wird. Für die meisten ist es allerdings „nicht akzeptabel“. In den Jahren, die ich in meinem Leben bereits mit den Kampfkünsten verbracht habe ist es genau dieser Punkt, der die meisten Menschen zum Aufgeben bringt. Dem musst Du Dir bewusst sein.

  • Hab Spaß!

Jiu Jitsu macht unendlich viel Spaß! Du lernst Dich selbst mal so richtig kennen, Du wirst in vielen Fällen überrascht sein, zu was Dein Körper eigentlich in der Lage ist. Dein Trainingspartner ist Dein PARTNER, nicht den Gegner! Ich werdet diskutieren, ausprobieren, lachen und miteinander heulen, wenn es sein muss.

Jiu Jitsu ist ein Ganzkörpertraining, Du kannst also getrost Dein Jahresabo im Fitnessstudio kündigen und die teure Sportausrüstung verkaufen. Du wirst genug damit zu tun haben, zum nächsten Training wieder fit zu sein (Spaß!).

Jiu Jitsu wird auch als „Schach der Kampfkünste“ bezeichnet. Das bedeutet: Ohne Hirn geht hier nix. Mein Lehrer meinte im letzten Training, dass mit einem Physik-Hintergrund viele Techniken leichter zu verstehen und zu lernen sind. Somit ist Jiu Jitsu nicht nur ein Ganzkörpertraining, sondern es fordert auch Dein Hirn.

Ich kann mich nur wiederholen: Jiu Jitsu macht wirklich unendlich viel Spaß…

Bildergebnis für jiu jitsu is fun

Ich fasse die Punkte nochmal kurz zusammen:

  • Schätze Dich richtig ein und übertreibt es nicht!
  • Du bist total unflexibel und steif? Egal!
  • Bleib am Ball!
  • Scheiß‘ auf die Gürtelfarbe, das Alter, oder das Geschlecht!
  • Scheiß aufs Gewicht!
  • Besorge Dir einige Dinge für zu Hause
  • Besorge Dir einige Dinge für den Unterricht
  • Was im Dojo passiert, bleibt im Dojo!
  • Hab Spaß!

In diesem Sinne: OSS!

Bestandsaufnahme Ende Januar

Okay. Veränderungen brauchen ja etwas Zeit und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen (wie man so sagt), aber dass mich der Januar gleich doppelt herausfordert, hätte ich nicht gedacht. Aber zuerst mal die Werte:

  • Alter: 46 Jahre
  • Gewicht: 98,9 kg
  • Körpergröße: 180 cm
  • BMI: 30,5
  • Körperfett: 33,5% (18%-23% = ideal)
  • Viszerales Fett: 15 (<=10 ideal)
  • Biologisches Alter: 60 Jahre
  • Körperbau: untersetzt

Biologisches Alter 60 (!!)! Ich habe auch echt schlecht geschlafen und mich heute Morgen entsprechend gefühlt – vielleicht liegt es auch daran. Egal.

Der Januar war ein seltsamer Monat. Ich habe mir (sportlich) viel vorgenommen, aber eigentlich nichts davon geschafft. Mein Körper hat mir eine Zwangspause aufgedrückt. Dieser doppelte Hexenschuss um Weihnachten und Neujahr hat mich bis zum 18./19. Januar ausgehebelt. Mehr als ein Spaziergang war da nicht drin in der Zeit. Das hat mich maßlos geärgert!

Am 21. Januar habe dann (endlich) mein erstes BJJ Probetraining machen können. Und so genial es auch war und ich mich danach fühlte, habe ich mir eine Zerrung der Adduktoren mit nach Hause gebracht. Unglaublich. Mehr als 3 Besuche im Fitnessstudio waren dann leider auch nicht mehr drin.

Ein seltsamer Januar.